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Ohne Moos nix los

Auch in der Schweiz ist das Geld eine begrenzte Ressource. Doch der Wiederherstellung von naturnahen Gewässern wird ein hoher Stellenwert beigemessen und so werden, je nachdem, ob es sich um eine Sanierung von einer Wasserkraftanlage oder um eine Revitalisierung handelt, auch verschiedene öffentliche Gelder dafür verwendet. 

Sanierung Wasserkraftwerke

Die Inhaber von bestehenden Wasserkraftanlagen, die nach Gewässerschutzgesetz Sanierungsmassnahmen in den Bereichen Schwall-Sunk, Geschiebehaushalt und Fischgängigkeit durchführen müssen, erhalten von der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid die vollen anrechenbaren Kosten der Massnahmen zurückerstattet (Art.15abis30 EnG). Das ist sowohl innerhalb des Schweizer Subventionswesen als auch im weltweiten Vergleich der Gewässeraufwertung eine einmalige Situation!
Dazu erhebt Swissgrid seit 2012 von uns Verbrauchern einen Zuschlag von 0,1 Rappen pro Kilowattstunde auf die Übertragungskosten der Hochspannungsnetze. Dadurch kommen jährlich ca. 50 Millionen Franken zusammen. Die Wasserkraftwerke müssen bis 2030 saniert werden – bis dahin belaufen sich die von der Swissgrid generierten Kosten auf einen Totalbetrag von 1 Milliarde Franken.

Revitalisierungen

Die Revitalisierungen werden mit jährlichen Beiträgen von bis zu 40 Millionen Franken mit allgemeinen Steuermitteln subventioniert. Je nach Art und Ausmass der jeweiligen Revitalisierungsmassnahme werden 35 – 80% der Projektkosten übernommen. Für besonders aufwändige Projekte können auch Einzel-Subventionen beantragt werden. Die Subventionen erfolgen in Form von Abgeltungen an die Kantone (Art. 62b GSchG). Dazu wurde ein eigenes Programm im Rahmen der Programmvereinbarungen im Umweltbereich geschaffen.
Die Programmvereinbarungen umfassen stets 4 Jahre, aktuell befinden wir uns in der Periode 2016-2019.
Für diese Periode hat das BAFU für die Programmvereinbarungen 90 Millionen Franken und für die Einzelprojekte 80 Millionen Franken bereitgetellt. Damit sollen rund 300 Vorhaben realisiert werden. Ausgehend von einem angestrebten mittleren Subventionssatz von 65 % durch den Bund werden die Kantone ihrerseits rund 90 Millionen Franken zu den Revitalisierungen beitragen.

Langfristig können mit den bestehenden Mitteln ca. 4’000 km der Gewässer revitalisiert werden.


Bammater, L., Baumgartner, M., Greuter, L., Hartel-Borer, S., Huber-Gysi, M., Nitsche, M., Thomas, G. (2015). Renaturierung der Schweizer Gewässer: Die Sanierungspläne der Kantone ab 2015. BAFU, Bern.
Energiegesetz (EnG) vom 26. Juni 1998, Stand am 1. Januar 2017 (SR 730.0).
Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991, Stand am 1. Januar 2017 (SR 814.2).